Personal Branding Fotografie für leise Selbstständige — sichtbar sein, ohne laut zu sein.

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Ich erinnere mich noch gut an den Moment, in dem ich zum ersten Mal den Satz gehört habe:
Persönlich, nicht privat.

Ich weiß nicht mehr genau, wann oder wo es war, aber ich weiß noch genau, was er in mir ausgelöst hat. Erleichterung. Ein leises Ahhhh… das geht also auch so.

Weil ich bis dahin irgendwie gedacht hatte, dass Sichtbarkeit bedeutet, alles von sich preiszugeben. Dass man laut sein muss und offen und mutig auf eine Art, die sich für mich nie ganz richtig angefühlt hat. Und vor allem, dass man, wenn man das eben nicht ist, vielleicht einfach nicht für Sichtbarkeit gemacht ist.

Dieser eine Satz hat das irgendwie aufgebrochen. Geht Personal Branding und Sichtbarkeit also auch für die eher leisen Selbstständigen?

Geht es:

Weil der Satz den Druck rausnimmt. Den Glauben, dass man alles teilen muss, um interessant zu sein oder überhaupt Content zu haben. Weil er weniger angreifbar macht — man zeigt Persönlichkeit und die eigene Art, aber nichts, wo starke emotionale Meinungen oder Urteile kommen könnten. Und weil er die Kontrolle zurückgibt. Sichtbarkeit fühlt sich oft nach Kontrollverlust an. Plötzlich können alle sehen und urteilen. Aber persönlich, nicht privat bedeutet: Du entscheidest, was du zeigst.

Immer.

Was Personal Branding wirklich bedeutet

Vielleicht kennst du das auch. Du bist selbstständig, du hast ein Angebot, das wirklich etwas bewirkt — und trotzdem zögerst du. Nicht weil du nicht weißt, was du tust, sondern weil der Gedanke, gesehen zu werden, sich so unglaublich groß und beängstigend anfühlt.

Was ist, wenn ich mich lächerlich mache?
Was ist, wenn das niemanden interessiert?
Was ist, wenn ich overshare und deswegen nicht gemocht werde?
Was ist, wenn ich einfach nicht der Typ bin, der so etwas macht?
Was ist, wenn die Hater kommen?

Denn du bist wahrscheinlich eher leiser, arbeitest lieber im Hintergrund, bist eher introvertiert. Du denkst und fühlst tief, aber redest nicht laut. Sichtbarkeit fühlt sich wie etwas an, das für andere Menschen gemacht wurde — aber auf keinen Fall für dich.

Personal Branding Fotografie für leise Selbstständige
Sarika Sinha | Divine and Heal

Sichtbar sein heißt aber eben nicht, die tiefsten privatesten Gedanken mit der Welt zu teilen, sondern eine echte Verbindung anzubieten. Einen Einblick, Haltung, etwas, das zeigt: Da ist ein Mensch. Nicht eine Maske, nicht eine Hochglanzversion, nicht jemand, der sich für sein Publikum extra zurechtgemacht hat.

Und das ist auch schon genug. Du bist genug.

Es heißt ja PERSONAL Branding — und das nicht zufällig. Du bist die Marke, nicht dein Logo, nicht deine Farbpalette, nicht dein perfekt formulierter Slogan (auch wenn das alles wichtig und richtig ist). Du, mit deiner Art zu denken, zu sprechen, zu arbeiten. Mit dem, was dir wichtig ist, was dich antreibt, was dich manchmal auch nervt oder unsicher macht.

Und gerade das Letzte kannst du in Stärke umwandeln. Die Unsicherheit und Angst vor dem Gesehen werden — sie muss kein Hindernis sein, das du überwinden musst, bevor du anfängst. Sie darf sein und sie darf mit rein. Offen gelegt macht sie nicht schwach, sondern nahbar, sympathisch und menschlich. Und genau das ist es, worüber echte Verbindung entsteht.

Leises Marketing: Dein Vorteil in einer lauten Welt

Ich habe auch lange gedacht, ich müsste erst eine bestimmte Version von mir sein, bevor ich mich zeigen darf. Irgendwie mutiger, klarer, fertiger.

Aber fertig wird man nie, that’s life. Und warten macht es erst recht nicht leichter.

Was wirklich hilft ist die Erkenntnis, dass du gar nicht allen gefallen musst, nicht mal den meisten. Du brauchst deine Menschen — die, die genau das mögen, was und wer du bist. Die deine Art zu denken spannend finden, deine Haltung teilen und die deine Geschichte berührt.

Die gibt es, versprochen.

Und Achtung, jetzt folgt ein vermeintlicher Kalenderspruch: Du bist einzigartig, auf deine ganz eigene Art und Weise.

Das meine ich ernst. Es gibt niemanden, der genauso denkt, genauso fühlt, genauso arbeitet wie du. In einer Welt, die eher laut ist, ist das kein Nachteil, sondern dein Vorteil und deine Stärke.

Wäre doch schade, wenn die Welt das nicht sieht — und du mit deinem Angebot unsichtbar bleibst, obwohl es genau die Richtigen brauchen.

Hier kannst du nachlesen, wie ich einen Teil meiner Angst vor Sichtbarkeit gelöst habe

Sichtbar sein — trotz Angst oder gerade deswegen?

Sichtbar sein bedeutet nicht, keine Angst zu haben und laut zu sein. Es bedeutet trotzdem anzufangen, persönlich zu sein, ohne alles preiszugeben. Sich zu zeigen, wie man ist — nicht wie man glaubt, sein zu müssen.

Und dann die Menschen zu finden, denen genau das gefällt. Die werden da sein, versprochen. Auch wenn es manchmal ein wenig dauert.

Fällt mir das leicht? Auf keinen Fall.
Mache ich es trotzdem? Jap.
Hab ich jedes Mal ein wenig Angst und zögere, wenn ich etwas veröffentlichen will? Hell yes.

Ich lerne auch noch jeden Tag, diese Hürde zu überwinden, mal besser, mal schlechter — und das ist ok. Ich mache es trotzdem.

Machst du mit? Wir schaffen das gemeinsam!

Deine Laura

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